trio akk:zent

PAUL SCHUBERTH - Akkordeon, Gesang, Komposition

JOHANNES MÜNZNER - Akkordeon, Gesang, Komposition

VICTORIA PFEIL - Saxophone, Gesang, Komposition

Begonnen hat alles mit der Freundschaft zwischen Victoria Pfeil und Paul Schuberth, die – so lange sie denken können – ein Musik-Duo bildeten: in den frühen 2000-er-Jahren ein Blockflöten-Akkordeon-Duo mit Experimentalelektronik, später ein Klarinetten-Akkordeon-Duo mit dem Schwerpunkt auf osteuropäischer Musik, bis Victoria schließlich zum Saxophon wechselte. 2011 stieß der damals immerhin schon 20-jährige Johannes Münzner dazu, und der bodenständige Wiener zeigte den beiden oberösterreichischen Kindsköpfen, wie professionelles Musizieren geht. Das Ergebnis war das „trio akk:zent“ mit der ersten CD: „so oder so“, die ein polnischer Journalist als „Jazz-Akkordeon-Therapie“ bezeichnete. Nicht unwahr, denn so manche Hörerin büßte durch das Hören dieser CD ihre Vorurteile gegenüber dem Akkordeon ein. In der Folge tourte das Trio durch Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Ungarn, Bosnien und Herzegowina, Usbekistan und überraschte die Zuhörer/innen mit einer Musik, von der niemand sagen konnte, ob sie nun Jazz oder Tango oder „Neue Musik“ sei. Um die Ver(w)irrung an die Spitze zu treiben, lernte Johannes Münzner Kehlkopfgesang, kaufte sich ein Didgeridoo und entpuppte sich als ein progressiver Meister auf der Steirischen Harmonika. Victoria Pfeil schleppte stets vier Saxophone mit und Paul Schuberth arbeitete zuhause fieberhaft an neuen, immer schwierigeren Stücken.

 

Die zweite CD „solidaire“, mit der sich das junge Trio in experimentellere Gefilde wagte, ließ dann den deutschen Jazzkritiker Hans-Jürgen Schaal zu diesem Urteil hinreißen: „So umfassend, so mitreißend hatten wir uns einst die Zukunft der Weltmusik vorgestellt (…).“ Mit dem neuen Programm erreichte das trio akk:zent den 3. Preis beim renommierten Burghausener Jazznachwuchspreis.

Mit dem dritten Album „sweet desert“ verfeinerten die Drei ihr Konzept: eingängige tunes, verpackt in vielgliedrige, komplexe Konzept-Kompositionen – etwa die Suite „Sunrise in St. Valentin“, die einem niederösterreichischen Verkehrsknotenpunkt gewidmet ist. Kein Wunder, ist es doch der einzige Punkt, von dem es direkt nach Wien oder Steyr geht. Ins Programm wurden nun auch „Hits“ von Künstlern wie Otto Lechner und kritische Songs von Woody Guthrie aufgenommen. Ein weiterer Grund, warum das Trio bisher nicht nur bei Jazz- und Worldmusicfestivals, sondern auch in Kirchen, Gasthäusern, am kleinen Ötscher, Museen und bei Schrammelmusikfestivals auftreten durfte...

 

Ein fixer Bezugspunkt im Schaffen der Drei sind seit jeher Akkordeongrößen wie Maria Kalaniemi, Guy Klucevsek, Otto Lechner und Bratko Bibič. Umso schöner, dass das trio bereits mit Lechner & Bibič auftreten durfte und sich Johannes & Paul auch mit Klucevsek & Kalaniemi die Bühne teilen durften.

Das erste Jahrzehnt des trio akk:zent lässt sich als eines des kompromisslosen Experimentierens beschreiben – sowohl hinter als auch auf der Bühne. Nichts deutet darauf hin, dass das zweite Jahrzehnts eines des gereiften Gesetzt-Seins werden könnte… Die ersten Kompositionen für die vierte CD (die Jubiläums-CD) lassen schon erahnen, dass die alten Tugenden nicht verleugnet werden, sondern, wie es sich für ein ausgelassenes Jubiläum gehört, zugespitzt. Der Witz in Stücken wie „Ameisen kauen leise“ ist noch ganz der Alte, und die Kontraste in „ruisseux plat“ werden weiterhin das Publikum aufrütteln.

Apropos vierte CD: deren Veröffentlichung soll im Dezember 2021 den Abschluss des Jubiläumsjahres bilden. Zuvor geht das trio auf eine ausgedehnte „Jubiläums-Tour“, bei der es neuere Sachen schon andeuten und präsentieren wird, und Evergreens aus seinem Programm neu interpretieren wird.

 

Ob das trio akk:zent eine Bereicherung für das hiesige Musikleben ist, sollen andere beurteilen, eines aber ist fix: es ist eine Bereicherung für das Leben von Victoria Pfeil, Paul Schuberth und Johannes Münzner.

Auftritte: In Wien (Sargfabrik, Porgy & Bess, ORF Radiokulturhaus, Internationales Akkordeonfestival, Ö1 RadioCafe), Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten, Vorarlberg, Südtirol, Deutschland, Schweiz, Italien, Ungarn, Usbekistan, Slowenien, Bosnien, ...

 

Radio: Ö1 (Nachtquartier, Ö1 Jazznacht, Intrada,...), Radio ARA (Luxembourg), Deutschlandradio Kultur, WDR3